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Nachtdrude © Juliane Honisch 1996
1) Sie trägt schwarz, Innen wie außen, Trägt sie schwarz, Drinnen wie draußen, Nur ihr Lächeln leuchtet silbern und verführerisch.
2) Dort im Schloss, Zwischen den Schatten Lauert sie, Und viele hatten schon das Glück, sie vor dem Tode silbern lächeln zu sehen.
3) Und die Nacht Wird ihr zum Flügel, Gibt ihr Macht, Ganz ungezügelt, Und sie gleitet auf dem Wind dahin und sucht dich, nur dich.
4) Aber wenn Sie dich dann findet, Lauf und renn, Eh' sie dich bindet, Denn sonst lädt sie dich ein, zu sich in ihr Schattenreich.
5) Schenkst du ihr All dein Vertrauen, Greift sie dir Mit spitzen Klauen In dein Herz und stiehlt die Seele dir zum Zeitvertreib.
6) Bald liegst du Auf kalten Steinen, Im Verließ Hilft dir kein Weinen, Während sie dir silbrig lächelnd deine Seele frisst.
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