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  Radieschen

 


Des Dichtens hohe Kunst

Es war einmal ein Huhn,
das wollte Großes tun.
Drum schuf es ein Gedicht.
Nur aufschreiben konnte es es nicht.

Wortwörtlich aus dem Schnabel
klang alles recht passabel.
Und die große Hühnerschar
spendete Applaus und rief hurra!

Lediglich das Menschenpack
hörte nichts als "Gacker-di-gack".
 

    02.04.04

So!

Das gewaltige Hindernis
nicht hindern lassen,
sondern erklimmen,
Aussicht und Einsicht
gewinnen.

Die Frucht
genießen.

Den dunklen Abgrund
nicht vergessen,
sondern zurückkehren
und Stufen hineinhauen.

Die Zukunft
nicht erwarten,
sondern träumen
und gestalten.

Das Leben
leben
und
Gott danken.

         

 

 

Der Rat der Götter

Verschwende die Zeit
verlier Dich in Träumen
sag der Wirklichkeit ade
vertraue auf die Liebe
glaub an das Glück
nimm dem Leben die Angst
und sei zufrieden mit Dir.

Das ist der Rat der Götter

     Chris J. Ueberall, 1989

 

 

Wer erntet

Warum beginnt,
wenn der Geist
gerade zu gebrauchen ist,
der Körper zu versagen?

Ist das der göttliche Plan,
daß die Reife
die Fäulnis bringt?

Wenn das Leben
nur der Reifungsprozeß ist,
wer erntet?

     

 

 

Mai 1999

Ganz unten im Brunnen
liegt wimmernd ein Kind
Über sein Land
weht feindlicher Wind
Über den Wolken
Beobachter, die nicht sehn
Liebe fällt
wenn Kriegsherren stehn
In seinem Brunnen
wimmert leise das Kind
Und wir
sind so fern
sind taub, sind blind

     7. 5. 1999

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