Rezensionen

Rückkehr nach Kenlyn

Lesetipp zur Kenlyn-Trilogie


Dane Rahlmeyer: Rückkehr nach Kenlyn

Eingetragen von Petra Hartmann, 05.05.2010, 21:49 in Bücher, SF

Mit „Rückkehr nach Kenlyn“ legt Dane Rahlmeyer den zweiten Teil  seiner Kenlyn-Saga vor. Ursprünglich war die Geschichte Kenlyns als Zweiteiler geplant, so wurde beim Erscheinen des ersten Bandes, „Drachenschiffe über Kenlyn“ im Jahr 2006 als zweiter und anschließender Roman „Kampf um Kenlyn“ angekündigt. Doch die Materie entpuppte sich als komplexer als Autor und Verlag gedacht hatten, das Manuskript wuchs  an, und so wurden jetzt aus dem ursprünglichen Kenlyn II zwei Romane mit jeweils über 400 Seiten. Sicherheitshalber vermerkt der Verlag im Innenteil und auf der Rückseite, dass Buch 2 und 3 eine Einheit bilden. Dennoch soll hier aus Gründen der Übersichtlichkeit zunächst der zweite  Band besprochen werden.

Kenlyn - eine Welt zwischen Science  Fiction und Fantasy

Der Roman verbindet  Science-Fiction-Elemente mit denen der Phantastik. Der Verlag bezeichnet ihn daher als SciFi-Fantasy. Der Planet Kenlyn, gelegentlich auch Rubinstern genannt, wurde vor Jahrhunderten von den „hohen Völkern“  besiedelt. Die Angehörigen von vier sehr unterschiedlichen Rassen -  außer den Menschen gibt es die katzenartigen Skria, die Echsenwesen  Draxyll und kleine geflügelte Wesen namens Yadi - stammen ursprünglich  von Te'Ra, dem Saphirstern, auf dem sie unter der Obhut der Götterwesen Sha Yang lebten. Eine furchtbare Katastrophe zwang in alter Legendenzeit zur Evakuierung des Saphirsterns, die Sha Yang schufen ein gewaltiges  Portal und schafften die Bewohner hinüber nach Kenlyn. Das alte Volk der Sha Yang verschwand, doch sie ließen den Roboter Syl Ra Van zurück, der den Planeten noch immer als Gouverneur beherrscht, und allenthalben  stößt man auf Kenlyn noch auf Überbleibsel ihrer Kultur, die auf dem Schwarzmarkt hohe Preise erzielen.

Fortsetzung von  "Drachenschiffe über Kenlyn"

„Rückkehr nach Kenlyn“ setzt kurz nach dem Punkt ein, an dem „Drachenschiffe über Kenlyn“ endete: Die junge Endriel, Erbin und Kapitänin des Drachenschiffs „Korona“, hatte ihren Geliebten Kai durch ein wieder entdecktes Portal zum Saphirstern  geflogen, wo er seinen sterbenden Mentor, den vermutlich letzten Sha Yang, auf seinem letzten Weg zur Seite steht. Nun ist es Zeit, Kai zurück nach Kenlyn zu holen. Seine Armschiene, ein altes Sha Yang-Artefakt, soll Endriel beim erneuten Öffnen des Portals helfen, dummerweise hat er der jungen Frau das Codewort zur Aktivierung der  Schiene nicht verraten ...

Chaos, Inquisition und Bürgerkrieg auf Kenlyn

Derweil bricht auf Kenlyn die öffentliche Ordnung zusammen. Der Schattenkult, eine alte Vereinigung von Sha Yang-Gegnern noch aus Saphirsternzeiten, erhebt sich erneut und gewinnt mehr und mehr Anhänger - vor allem, da Gouverneur Syl Ra Van sich zunehmend in eine  Paranoia hineinsteigert. Die Friedenswächter, einst eine von allen  Völkern geachtete Polizeitruppe, werden von ihm zu einer Besatzerarmee umgestaltet, die die Bewohner Kenlyns überwachen sollen. Doch auch in  den eigenen Reihen grassiert das Misstrauen, seit Syl Ra Vans Vertraute mit Mitteln wie aus der Inquisitionszeit nach heimlichen Anhängern des Schattenkaisers fahnden.

Glaubwürdiger Vier-Völker-Staat mit  Tigern und Echsen

Wie schon der erste Band ist auch „Rückkehr nach Kenlyn“ spannend und mitreißend erzählt. Die Konstruktion der Vier-Völker-Gesellschaft, die beim Lesen des Klappentextes den Leser  noch skeptisch machen kann, geht auf und wird plastisch und glaubwürdig dargestellt. Der stets übellaunige tigerartige Keru, die weise alte Echse Xeah oder die kleine geflügelte Nelen sind lebendige Charaktere,  die man beim Lesen schnell ins Herz schließt.
Die eingängige,  flüssig zu lesende Sprache und die weisen Zitate aus Kenlyns Literatur  im Eingang jedes Kapitels machen Kenlyn zu einem besonderen Genuss. Die  opulente Aufmachung mit Trudi Wenzel geschaffenen Illustrationen und einem Anhang, der eine kurze Einführung in Sprache und Alphabet der Kenlyner Völker bietet, ist ein zusätzlicher Pluspunkt des Romans.

Fazit:Eine würdige Fortsetzung der „Drachenschiffe über Kenlyn“. Das  Warten hat sich gelohnt.


Dane Rahlmeyer: Rückkehr nach  Kenlyn. Ein phantastischer Roman. Taschenbuch. Hexentorverlag, 2009. 410 S., Euro 12,50.


Dane Rahlmeyer: Rückkehr nach Kenlyn
rezensiert von Oda Plein

In Braunschweig lebt der, 1980 geborene Dane Rahlmeyer und er ist Autor und Hörspielproduzent. Viele kennen sicherlich seine Hörspielserien „Das dunkle Meer der Sterne“ und „Grüße aus Gehenna“.

Seine, beim Hexentorverlag erschienenen, Bücher sind aber noch nicht so bekannt. Eine Science Fiction Geschichte mit einem Hauch Fantasy, so kann man die Romane aus der Welt Kenlyn beschreiben.
Der zweite Band der Reihe, „Rückkehr nach Kenlyn“ ist im Oktober 2009 erschienen und führt die Geschichte um die ehemalige Diebin Endriel, ihre Freunde Keru, Xeah, Nelen und Miko und ihre Liebe Kai weiter.

Mit ihrem Drachenschiff müssen die Freunde einige Abenteuer bestehen und das Wissen, das Kai Monat um Monat allein auf einem einsamen Planeten um sein Leben kämpft, macht es der Gruppe nicht leichter.
Auch die politische Situation auf Kenlyn ist um Umbruch und hält nicht nur für die Mannschaft der Korona einige Schwierigkeiten bereit. Die von den Sha Yang gebaute Maschine Syl Ra Van leitet die Geschicke der Menschheit mit fester Hand, doch es kommen Zweifel auf in den Reihen der Friedenswächter und der Schattenkult gewinnt an Einfluss und Macht.

Auch in Teil 2 legt Dane Rahlmeyer viel Wert auf die Entwicklung und Hintergründe seiner Figuren. Sie gewinnen an Tiefe und Erfahrung. Trotzdem werden sie nicht zu Überhelden, machen Fehler und folgen ihren ganz eigenen menschlichen Gefühlen und Überzeugungen. Auch in „Rückkehr nach Kenlyn“ leben die Charaktere durch eine Vielzahl an Konflikten. Die Leser/innen können verfolgen, wie Andar Telios sein Leben neu überdenken muss, wie Lügen und Unsicherheiten, Liebe und Verrat eine tiefe Freundschaft erschweren können und was Einsamkeit aus einem Menschen machen kann.

In angenehm aufgeteilten Kapiteln folgt man den Erlebnissen von Endriel und ihrer Crew, den Admiral Telios und den in einer fernen Welt gestrandeten Kai. Der Autor lässt auch hier viel Gefühl walten und so kommt es nicht zu der bekannten Unzufriedenheit, die man als Leser/in manchmal empfindet, wenn die Erzählungen von Charakter zum anderen wechseln.

Das Tempo steigert sich in Teil 2 deutlich. Es passiert viel, ohne zu überfordern. Die Spannungsbögen sind ausgewogen und so dürfte es den Leser/innen leicht fallen allem zu folgen und schwer fallen das Buch aus der Hand zu legen.

Anders als in Teil 1, „
Drachenschiffe über Kenlyn“, gibt es nicht nur eine Karte, sondern auch schöne,die Geschichte unterstützende Zeichnungen und einen interessanten Anhang, mit einer Aussprachehilfe. Ein besonderer Zusatz, der das Buch definitiv nochmal aufwertet.

Der Hexentorverlag scheint deutlich andere Wege zu gehen, als die meisten großen Verlage. Nicht nur, dass sie sich mit den Büchern von Dane Rahlmeyer für einen jungen und wirklich erfolgversprechenden Autoren entschieden haben, sonder auch mit deutlich mit offenen Informationen arbeiten. So wird deutlich sichtbar darauf hingewiesen, dass es sich bei diesem Buch um den zweiten Teil einer Reihe handelt und, dass „Rückkehr nach Kenlyn und der folgende Band „
Kampf um Kenlyn“ eine zusammenhängende Einheit bilden. Hier kann sich ein gutes Gefühl entwickeln, dass man bei diesem Verlag wirklich das bekommt, was man auf den ersten Blick sieht.


Weitere Informationen zu den Büchern von Dane Rahlmeyer findet man auf
dem Blog von Dane Rahlmeyer und beim Hexentorverlag.

Dane Rahlmeyer: "Rückkehr nach Kenlyn"
Roman, Softcover, 416 Seiten
Hexentorverlag 2009

ISBN 9-7839-3988-2039


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